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Großer Preis von Deutschland

3. August 1969

Bilder: Manfred Rommelsheim, Horst Hoier, Werner Piegeler
Bericht: Burkhard Köhr

Nürburgring-Nordschleife
Streckenlänge: 22,835 Kilometer
14 Runden = 319,690 Kilometer
Wetter: sonnig (was sonst)
Zuschauer: 350.000


Nordschleifen-Schallmauer durchbrochen!


Rahmenprogramm:
Formel V-Rennen mit 49 Startern
Go Kart-Rennen über die Start- und Zielschleife
Kunstflugstaffel Red Arrows der Royal Air Force
Opel-Markenpokal um den internationalen AvD-Nürburg-Pokal, um die int. Nürburgring-Trophäe und um den Großen Preis der Adam Opel AG. Das Rennen ging über 5 Runden auf der Norsdchleife.

Die "8-Minuten-Schallmauer"

Beim Training für das am 1. Juni ausgetragene 1000-Kilometer-Rennen bewältigte Joseph Siffert in einem Porsche Spyder 908 die Nürburgring-Nordschleife in der sensationellen Zeit von 8:00,2 Minuten (= 171,2 km/h). Im Rennen war es dann Chris Amon auf Ferrari Tipo 312P mit einem Formel-1-Motor, der der "Nürburgring-Schallmauer", der 8 Minuten-Grenze am nächsten und mit 8.03,3 (= 170,1 km/h) in den Besitz des offiziellen Rundenrekords kam. Kein Wunder also, dass die "8-Minuten-Schallmauer" im Fokus des 31. Großen Preises von Deutschland stand. Der Veranstalter hatte allen "Brechern der Schallmauer" eine Prämie von 1000,- DM versprochen.

Die Nennungsliste von 16 Fahrern für den Großen Preis von Deutschland war in Ordnung, doch für die über 22 Kilometer lange Nordschleife zu wenig. Daher füllte der Automobilclub von Deutschland (AvD) die Startplätze mit Formel-2-Wagen auf. Verletzungsbedingt konnte Jack Brabham nicht starten. Auf Krücken erschien er trotzdem am Nürburgring.


Jack Brabham auf Krücken am Nürburgring

 

 Die Formel-2-Piloten fuhren um den "AvD-Preis von Deutschland". Folgende Fahrer hatten sich für das Rennen eingeschrieben:

Fahrer Wagen
Kurt Ahrens Brabham BT 30
Francois Cevert Tecno
Hubert Hahne BMW F269
Gerhard Mitter BMW F269
Xavier Perrot Brabham BT23C
Henri Pescarolo Matra MS7
Dieter Quester  BMW F269
Johnny Servoz-Gavin Matra MS7
Peter Westbury Brabham BT 30
Dick Attwood Brabham BT 23
Hans Hermann Lotus 59 B
Rolf Stommelen Lotus 59 B

  


Die Mischung der Formel-1 und Formel-2-Wagen kam beim Publikum sehr gut an. Schon beim Großen Preis von Deutschland 1967 fuhren die beiden Formel-Klassen in einem Rennen. Damals war Jacky Ickx im Formel-2-Matra in 8:14,0 Minuten (= 166,5 km/h) nur unwesentlich langsamer als Jim Clark auf Lotus 49 in 8:04,1 Minuten (= 169,8 km/h).

Durch den kurzfristigen Nennungsrückzug von Ferrari schrumpfte das Starterfeld in der Formel 1. Der Grund für Ferraris Abwesenheit war der veraltete Ferrari Tipo 312, der nicht mehr konkurrenzfähig war.

Das Training am Freitagvormittag begann verhalten. Die Teams machten Funktionstest und die Fahrer bogen am Ende der Gegengerade durch den Zaun in den Boxenbereich ab. Es sollten Pannen im Training auf der langen Nordschleife vermieden werden. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen blieben Mario Andretti und Dennis Hulme in der ersten gezeiteten Runde auf der Nordschleife stehen. Ebenfalls blieb Jo Siffert ohne Trainingszeit, da er zu spät zum Training startete und nicht mehr früh genug die Linie zur Zeitnahme überfuhr. Um einen gezeitete Runde fahren zu können, mussten die Fahrer vorher einmal komplett die Nordschleife überrundet haben. Auch Joakim Bonnier blieb vorerst ohne Zeit. Der Wagen von Joakim Bonnier war bis zum Start des ersten Trainings nicht am Ring eingetroffen.

Von diesen Ereignissen zeigten sich Jackie Stewart und Jochen Rindt unbeeindruckt. Sie durchbrachen die "8-Minuten-Schallmauer": Jackie Stewart (7:55,6 Minuten) und Jochen Rindt (7:58,0 Minuten). In der Formel 2 war Hubert Hahne (8:24,7Minuten) Schnellster vor Henri Pescarolo und Francois Cevert.

Tödlicher Unfall von Gerhard Mitter

In der letzten Trainingsrunde am Freitagnachmittag verunglückte der 33jährige Gerhard Mitter bei Kilometer 4,9 im Abschnitt Schwedenkreuz aus unbekannten Gründen. Gerhard Mitter verstarb an der Unglücksstelle. Es wurden verschiedene Theorien zum Unfallhergang angestellt. Die genaue Unglücksursache wurde nie geklärt. Augenzeugen zum Unfallhergang fehlten.


Gerhard Mitter eingangs des Streckenabschnitts Schwalbenschwanz.
Eine halbe Runde weiter im Streckenabschnitt Schwedenkreuz verunglückte Gerhard Mitter tödlich.

  
Gerhard Mitter im Fahrerlager 


Das BMW-Team zog im Einverständnis mit Hubert Hahne, Dieter Quester und der Rennleitung die beiden anderen BMW-Formel-2-Wagen zurück. Auch Hans Herrmann verzichtete auf den Start. Somit starteten nur noch 8 Fahrer um den "AvD-Preis von Deutschland". Trainingsschnellster war Johnny Servoz-Gavin in 8:12,5 Minuten.


Im Fahrerlager beim BMW-Team


Dieter Quester im BMW 269 mit der Startnummer 25


Hubert Hahne fuhr im Training die Startnummer 23


Kurt Ahrens jr. im Brabham BT 30


Hans Herrmann im Lotus 59 B
Hans Hermann verzichtete nach dem tödlichen Unfall von Gerhard Mitter ebenfalls auf einen Start.

Das Abschlusstraining fand Samstagnachmittag statt. Mario Andretti schraubte seine Trainingszeiten im Allrad-Lotus 63 von 8:58, Minuten auf 8:15,4 Minuten runter. Leider blieb es Mario Andretti versagt, sich an Jackie Stewarts Zeit im Allrad-Matra MS 84 von 8:05,0 Minuten im Rennen zu messen. Der Allrad-Matra wurde nur im Training eingesetzt. Jackie Stewart startete im Rennen mit dem Matra MS 80.


Der Allrad-Matra wurde nur im Training eingesetzt.

 Die schnellste Runde fuhr letztendlich Jacky Ickx. Er umrundete den Ring in 7:42,1 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 177,8 km/h entsprach. Insgesamt unterschritten neun Fahrer die "8-Minuten-Schallmauer".

 

Startaufstellung

 Formel 1:

Jochen Rindt                  Jackie Stewart                  Jacky Ickx
         Lotus 49 B                  Matra MS 80                  Brabham BT 26 A
7.48,0                          7.42,4                              7.42,1

 

Denis Hulme                        Joseph Siffert
McLaren M 7 A                        Lotus 49 B
7.52,8                                    7.50,3

 

Bruce McLaren                  Piers Courage                  Vic Elford
McLaren M 7 C                  Brabham BT 26 A                  McLaren M 7 B
7.56,5                                   7.56,1                               7.54,8

 

J. P. Beltoise                        Graham Hill
Matra MS 80                        Lotus 49 B
   8.00,3                                7.57,0

 

                  Joakim Bonnier                  Jackie Oliver                  Mario Andretti
                  Lotus 49 B                      BRM P 138                        Lotus63
                  8.35,0                           8.16,2                           8.15,4

 

 

Formel 2:

Henri Pescarolo                  Francois Cevert                  Johnny Servoz-Gavin
MatraMS7-FVA                     Tecno-FVA                         MatraMS7-FVA
8.14,8                                 8.13,9                                 8.11,1

 

Kurt Ahrens                        Peter Westbury
Brabham BT 30-FVA            Brabham BT 30-FVA
8.23,2                                     8.20,0

 

Xavier Perrot      Rolf Stommelen      Richard Attwood
BrabhamBT23C-FVA      Lotus59B-FVA      BrabhamBT23-FVA
8.35,4                  8.28,1                  8.24,6

 

Das Rennen

Publikumsliebling John Surtees ging am Sonntag wegen technischer Probleme nicht an den Start. Dadurch schrumpfte das Formel-1-Feld auf 13 Teilnehmer. 


John Surtees mit der Startnummer 14 war nur im Training dabei.

  
John Surtees im Gespräch mit der Schauspielerin Marianne Koch. Sie war für Dreharbeiten zur Fernsehserie "Die Journalistin" am Ring.

 

 Im Rahmenprogramm vor dem Großen Preis von Deutschland startete ein Formel-V-Rennen mit 49 Startern auf der Start- und Zielschleife. Für Unterhaltung sorgte auch die Kunstflugstaffel "Red Arrows" der Royal Air Force.

Der Start erfolgte um 14 Uhr. Pole-Setter Jacky Ickx verschlief den Start und wurde noch vor der Südkehre von Jackie Stewart, Jo Siffert, Jochen Rindt und Dennis Hulme überholt. In der Südkehre selbst schoben sich auch Graham Hill und Bruce McLaren an ihm vorbei. Noch in der erste Runde konnte Jacky Ickx wieder an Bruce McLaren, Graham Hill und Dennis Hulme vorbeigehen. Im Streckenabschnitt Wippermann kam es in der ersten Runde zu einem haarsträubenden Unfall, der böse hätte enden können.

Hinter einer Bodenwelle schlug der Unterboden des Allrad-Lotus 63 von Mario Andretti auf die Fahrbahn auf. Der Lotus brach aus und blieb mit zwei abgerissenen Rädern an einer Böschung liegen. Mario Andretti konnte den Wagen unverletzt verlassen.


Mario Andretti im Allrad-Lotus 63 während des Trainings in der Klostertalkurve.


Der Allrad-Lotus im Fahrerlager

Der nachfolgende Vic Elford konnte den Wrackteilen nicht mehr ausweichen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der McLaren von Vic Elford in die Luft katapultiert und blieb in Rücklage zwischen den Bäumen liegen. Der vollgetankte Wagen drohte in Brand zu geraten. Mario Andretti eilte herbei und unterbrach die Stromzufuhr und konnte Vic Elford aus dem Wrack befreien. Vic Elford zog sich einen dreifachen Armbruch zu.


Vic Elford im Training

 
Vic Elford im Fahrerlager

Der Wagen von Vic Elford wurde nach dem Unfall von Souvenirjägern ausgeschlachtet. Als die Mechaniker den Wagen nach dem Rennen bergen wollten, waren zahlreiche Teile des beschädigten Wagens verschwunden.

Nach der ersten Runde führte Jackie Stewart  mit ca. 6 sec. Vorsprung auf Siffert und Rindt. Danach Jacky Ickx, Dennis Hulme, Graham Hill, Bruce McLaren und Jean-Pierre Beltoise. Dann kamen Piers Courage, Jackie Oliver, Johnny Servoz-Gavin, Henri Pescarolo, Francois Cevert, Kurt Ahrens, Richard Attwood, Rolf Stommelen, Xavier Perrot, Peter Westbury und Joakim Bonnier in seinem kurz vor dem Abschlusstraining noch in Dienst gestellten Lotus 49 B. Das Cockpit war Joakim Bonnier zu eng. Den rechts liegenden Schalthebel konnte er nur mit der linken Hand bedienen.


Joakim Bonnier war nicht konkurrenzfähig.

 In der zweiten Runde drehte sich Piers Courage im Streckenabschnitt Ex-Mühle und schied aus. 


Piers Courage im Williams BT 26 A

 
Piers Courage

 In der dritten Runde fuhr Jackie Ickx mit 7:45,9 Minuten (= 176,4 km/h) Bestzeit und überholte Jo Siffert. Der Vorsprung von Jackie Stewart schrumpfte von 9,2 auf 4,2 Sekunden. In den folgende Runden war Jacky Ickx im Windschatten und versuchte mehrmals Jackie Stewart zu überholen.

 In der sechsten Runde startete Jacky Ickx erneut einen Überholversuch in der Nordkurve und geriet mit den linken Rädern auf die Grasnarbe. Dadurch konnte Jackie Stewart seinen Vorsprung wieder kurzfristig ausbauen. Anfangs der 7. Runde bremste Jacky Ickx die Südkehre später an und überholte Jackie Stewart.

 Jochen Rindt fiel wegen Zündungsproblemen vom 3. auf den 8. Platz zurück. Joakim Bonnier schied wegen eines Lecks am Tank aus. 

Das Trio Dennis Hulme, Graham Hill und Bruce McLaren lieferte sich einen abwechselungsreichen Kampf. Nachdem Graham Hill den vierten Gang nicht mehr schalten konnte, fiel er hinter Dennis Hulme und Bruce McLaren zurück.

            
Bruce McLaren im McLaren M7C

     
Graham Hill im Lotus 49 B 

  
Dennis Hulme im McLaren M7A

In der Formel 2 führte bis zur 6. Runde Johnny Servoz-Gavin. Im Streckenabschnitt Karussell fiel er mit Motorschaden aus. Neuer Führender wurde Henri Pescarolo. 


An erster Stelle liegend im Formel-2-Feld schied Johnny Servoz-Gavin mit Motorschaden aus. 

Der Nürburgring forderte weitere Opfer. Jochen Rindt schied in der 10. Runde aus.

  

    
Jochen Rindt im Training in der Klostertalkurve auf Lotus 49B und im Fahrerlager.

 Im Streckenabschnitt Breidscheid musste Francois Cevert seinen Wagen mit Motorschaden abstellen.


François Cévert mit seinem Tecno-Rennwagen 

 In der 11. Runde kapitulierte die Ölwanne von Jackie Olivers Wagen. Die ständigen Aufsetzer nach den Bodenwellen und Sprunghügel hatten der Ölwanne arg zugesetzt und Jackie Oliver legte eine beeindruckende Ölsprung rund um die Nordschleife.


Jackie Oliver schied in der 11. Runde aus

 In der 12. Runde gab Jean-Pierre Beltoise auf. 


Jean Pierre Beltoise wurde auf Matra MS80 trotz seines Ausfalls in der 12. Runde als Sechster gewertet.

Und zum guten Schluss schied auch Jo Siffert aus. Er landete im Streckenabschnitt Kesselchen kurz vor dem großen Sprunghügel in den Graben.

  
Jo Siffert im Training und Fahrerlager


Den Schlusspunkte setzte Rolf Stommelen. An zweiter Stelle liegend in der Formel 2 fing sein Wagen in der Hohenrain-Schikane Feuer. Mit abgestellten Motor rollte er über die Ziellinie. Direkt hinter der Ziellinie sprang er aus dem brennenden Wagen. Er wurde noch als Vierter gewertet.


 

Formel 1

Platz Fahrer Wagen Stunden Durchschnitt
1. Jacky Ickx Brabham BT 26A 1:49:55,4 174,498 km/h
2. Jackie Stewart Matra MS 80 1:50:53,1
3. Bruce McLaren McLaren M7C 1:53:17,0
4. Graham Hill Lotus 49B 1:53:54,2
5. Joseph Siffert Lotus 49 B 12 Runden
6. Jean Pierre Beltoise Matra MS80 12 Runden

 

Schnellste Runde

Jacky lckx Brabham BT 26A 7:43,8 Minuten 177,244 km/h

 

Formel 2

Platz Fahrer Wagen Stunden Durchschnitt
1. Henri Pescarolo Matra MS7 1:58:06,4 162,407 km/h
2. Richard Attwood Brabham BT 23 13 Runden
3. Kurt Ahrens Brabham BT30 13 Runden
4. Rolf Stommelen Lotus 59B 13 Runden
5. Peter Westbury Brabham BT 30 13 Runden
6. Xavier Perrot Brabham BT23C 13 Runden

Schnellste Runde

J. Servoz-Gavin Matra MS7  8:12,4 Minuten 166,950 km/h

 

Formel 1

     
Jacky Ickx wurde überlegener Sieger beim Großen Preis von Deutschland 1969

     
Jackie Stewart (Matra MS80) wurde Zweiter. 

 

Formel 2


Henri Pescarolo siegte beim Rennen um den "AvD-Preis von Deutschland" 


Richard Attwood belegte den 2. Platz



Peter Westbury wurde Fünfter


Xavier Perrot wurde als Sechster in der Formel 2 gewertet.

 

Impressionen vom Großen Preis von Deutschland 1969


Ken Tyrell

 

  
Jackie Stewart



Erstmalig wurde Opel-Markenpokal ausgetragen.


Verpflegungsstand oberhalb der Klostertalkurve


Zugang zu den Promenadenplätze im Start- und Zielbereich.

:
  Für die Bilder und Informationen zum Großen Preis von Deutschland 1969 bedanken wir uns bei:
- Dirk Rommelsheim
- Horst Hoier
-Werner Piegeler

Veröffentlichung: 12. April 2005
Letzte Aktualisierung: 15. September 2013
Copyright: Burkhard Köhr

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